A-Junioren waren in der JVA Adelsheim für ein Trainingsspiel zu Gast
Es war weit mehr als nur ein gewöhnlicher Dienstagabend auf dem Sportgelände der Justizvollzugsanstalt (JVA) Adelsheim. Unter Flutlicht begegneten sich zwei Welten, die durch das runde Leder vereint wurden: Die Verbandsliga-A-Junioren des FC Hettingen waren zu Gast für ein Trainingsspiel, das allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird – nicht nur wegen der 17 gefallenen Tore, sondern auch, dass neben dem langjährigen Kooperationspartner SV Germania Adelsheim wieder einmal ein Team aus dem Fußballkreis Buchen den Weg zu einer Sportbegegnung in die JVA fand, verlieh dem Abend eine besondere Bedeutung.
Schon beim Einlaufen war die besondere Atmosphäre spürbar. Für die Adelsheimer Jungs war es eine seltene Gelegenheit, sich mit leistungsorientierten Fußballern zu messen. Zwar zeigte der FC Hettingen von der ersten Minute an seine Klasse (Blitzstart zum 0:1 durch Yel), doch der Respekt auf dem Platz war von Beginn an greifbar. Besonders beeindruckend: Trotz des frühen Gegentors steckten die Gastgeber nie auf.
Als der 10er der JVA in der 5. Minute nach einer feinen Kombination zum 1:1 ausglich, brandete Jubel auf, der die Mauern der JVA kurzzeitig vergessen ließ. Dass der Gegner aus Hettingen am Ende mit 3:14 gewann, lag vor allem an der spielerischen Routine – viele der Adelsheimer Jungs stehen erst am Anfang ihrer sportlichen Laufbahn auf dem Großfeld und brachten eher Erfahrungen vom Straßen- oder Kleinfeldfußball mit.
Sportlich gesehen war der Gegner zwar „drei Hausnummern zu groß“, doch in Sachen Fairplay begegneten sich beide Teams absolut auf Augenhöhe. Trotz der spürbaren Überforderung der Adelsheimer Defensive blieb die Partie bemerkenswert fair. Es wurde gekämpft, aber immer mit dem nötigen Respekt. Die Tore von Laub, Kreuter und Schönbein wurden ebenso schön erzielt, wie die Ehrentreffer der Gastgeber durch die Nummer 11 und erneut die 10 von Adelsheim (80. Minute) respektiert wurden.
Eine Veranstaltung dieser Größenordnung hinter meterhohen Mauern ist ohne eine engagierte Planung nicht realisierbar. Der besondere Dank der Verantwortlichen galt daher allen beteiligten Fachbereichen, die diesen Austausch durch ihren Einsatz ermöglicht und für einen reibungslosen sowie sicheren Ablauf gesorgt haben. Begegnungen dieser Art leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Resozialisierung und fördern das soziale Miteinander auf wertvolle Weise.
Das eigentliche Highlight folgte nach dem Abpfiff. Bei einem gemeinsamen Abendessen mit Würstchen, frischem Kartoffelbrot und Kuchen aus der eigenen JVA-Bäckerei saßen die Jugendlichen beider Seiten zusammen. Es wurde gelacht, gefachsimpelt und sich über das Leben ausgetauscht. Dieser Austausch zeigte einmal mehr die soziale Kraft des Sports: Er baut Brücken, baut Vorurteile ab und schenkt den jungen Männern in der JVA ein Stück wertvolle Normalität.
Die JVA-Mannschaft zeigte Moral: „Wir haben gekämpft, wir haben kombiniert, wir waren ein Team.“ Trotz der deutlichen Niederlage blieb sogar Platz für eine Prise Humor in Richtung des starken Schiris: „Der tat mir echt leid – so viel Schreibarbeit wie bei unseren Gegentoren hatte der sicher noch nie.“
Während der FC Hettingen in der Verbandsrunde auf dem vorletzten Tabellenplatz Selbstvertrauen für den Abstiegskampf in der Verbandsliga tankte, nahmen die Adelsheimer Jungs das Gefühl mit, Teil einer sportlichen Gemeinschaft zu sein. Ein Abend, der bewies, dass Fußball auch dort Freude schenkt, wo der Alltag oft grau ist. Und so gab es letztlich nur Gewinner.
